|
__________________________________________________________________________________________________
Die „SAVE THE SEATURTLES“ Manifestation der Pro-Fauna Aktivisten an
Kuta- Beach, Informationsstände und Fotoausstellung im grössten
Shoppingcenter der Stadt, ein Meeting mit dem Governor und eine
Medienkonferenz standen auf dem Programm. Alles wichtige Aktionen um die
lokale Bevölkerung über die bedrohten Meeresschildkröten aufzuklären, den
verantwortlichen Behörden wieder Druck aufzusetzen und grosses Echo in den Medien zu
erhalten. Die Turtle Week mit allen Aktionen konnte dank grosszügiger
Unterstützung der Firmen SEEMANN-SUB, SEACAM, SCHÖNER-TAUCHEN und RUMAH-BALI durchgeführt werden.
Das sich aber während diesen Tagen die Ereignisse überhäufen würden,
hatte im Vorfeld niemand ahnen können.…………

__________________________________________________________________________________________________
Kuta-Beach Manifestation Report von Kurt Amsler
Die Kulisse war gestylt wie in einem
Werbe-Shooting; Weisser Sand, blaues Meer und davor die weissgekleideten
PROFAUNA Aktvisiten die das grosse Banner hielten. Starre Miene,
Bewegungslos und den Blick geradeaus – eine Mahnwache für die bedrohten
Meeresschildkröten. Junge hübsche Damen im gleichen Outlook, verteilten
Posters und Broschüren an Einheimische und Touristen, am dem
berühmtesten Badestrand auf Bali.
Manifestation der PROFAUNA haben immer ein grosses Medienecho, so auch
dieses Mal: Kameras klickten, TV-Cams summten und sogar ein
Kameramann der Deutschen ARD, nutzte die Gelegenheit die Manifestation in eine
laufenden Produktion einzubauen. Natürlich wimmelte es auch von Uniformen;
der Chef der Marinepolice, die Leute des Forestry Departments und andere
offizielle waren allgegenwärtig.
In Indonesien werden Manifestationen und Aufklärungskampagnen, sehr stark
beachtet und auch ernst genommen. Darauf baut die PROFAUNA Organisation,
denn das ist der einzige Weg, in diesem Land den Tier und Artenschutz in
den Griff zu bekommen. So arbeitet die Organisation auch mit Schulen und
Universitäten zusammen. PROFAUNA befasst sich aber nicht nur mit
Meeresschildkröten, sondern mit bedrohten Tierarten überall in Indonesien:
www.profauna.or.id
www.profauna.org




_________________________________________________________________________________________
Anruf genügt !
Wayan Wiradnyana,
der Direktor vom ProFauna Büro auf Bali, erhielt den Anruf eines
österreichischen Touristen am frühen Morgen. Der Mann hatte bei einem
Spaziergang an Sanur Beach beobachtet, wie aus einem Boot zwei grosse
Meeresschilkchildkröten abgeladen und in einer nahen Hütte versteckt wurden.
Was jetzt kommt klingt unglaublich, ist aber wahre Tatsache; Dank der SOS-SEATURTLES Homepage und Medienpublikationen, war der Mann über das
Schildkrötenproblem bestens orientiert und der Name PROFAUNA war ihm noch in
Erinnerung. Der Besitzer eines nahe gelegenen Restaurant verhalf ihm zu der
Rufnummer um den Kontakt herzustellen.
Wayan reagierte sofort und informierte den Polizeichef, das Forestry
Department und die Bali-Marinepolice. Eile war angesagt, denn die Change,
dass die Schildkröten abtransportiert wurden war gross. Als die Polizei an
der besagten Stelle eintraf waren die Tiere dann auch bereits weg - leider
auch der entschlossene Tourist. Die in solchen Situationen nicht gerade
zimperliche Marinepolice, fand aber schnell heraus wohin die Schildkröten
transportiert wurden.
Die beiden „Greenturtles“ waren in guter Verfassung und wurden von einem
Vertreter des Forestry-Department vermessen und markiert.
Die Freilassung erfolgte unmittelbar nachher an der Kuta-Beach, bei
auslaufendem Wasser. Wie immer lockte die Aktion viele Einwohner und
ausländische Touristen an die beste Gelegenheit für die PROFAUNA
Mitglieder, Informationsmaterial über die bedrohten Meersschildkröten in
der Menge zu verteilen.


_____________________________________________________________________________________________________
Besuch
beim Gouvernor
Das Treffen mit dem Gouvernor war auf 10
Uhr Vormittags angesetzt. Auf dem Weg zum Regierungsgebäude, wurden wir auf
eine riesige Rauchwolke aufmerksam. Feuerwehrautos rasten mit Blaulicht und
Sirenen in Richtung Stadtmitte. Im Zentrum von Denpasar City war ein grosser
Feuer ausgebrochen.
So verstanden wir dann auch, dass sich der Gouvernor entschuldigen liess und
seine Umweltministerin mit Namen Ir.Ni Wayan Sudjj, unsere
Ansprechpartnerin war. Wissend, dass der Einfluss des Gouvernors nicht
überschätzt werden darf, waren wir gar nicht so unglücklich über die
Situation. Wie sich schnell herausstellte, war die Ministerin über das
Schildkrötenproblem informiert und sprach auch perfekt English. Unser
Statement war eindeutig; Auf der einen Seite ist das Fangen und Töten von
Schildkröten laut indonesischen Gesetz Nr. 764-98 / April 1997 verboten und
der Handel über Landesgrenzen ein Verstoss gegen CITES Regeln, der
Internationalen Kommission zum Schutz bedrohter Tierarten. Dazu das
Image! Über zwanzigtausend Protestbriefe aus aller Welt und noch
mehr Unterschriften sprachen eine klare Sprache. Viele hundert
Publikationen und eine weltweite Verlinkung von
www.sos-seaturtles.ch haben die Menschen auf den Schildkrötenmord auf
Bali aufgeklärt. In der heutigen Zeit, wo auf Bali um jeden Touristen
gerungen wird , sind solche Tatsachen alles andere als Imagefördernd.
Als wir nach dem Ende des Suharto Regimes kurz vor dem Jahr 2000, die erste
Bali Seaturtle-Kampagne starteten, waren es noch um die 25’000 Tiere
welche in den damals öffentlichen Schlachthäusern von Tanjung Benoa
massakriert wurden, zur Zeit sind es noch ca. dreitausend und alles
passiert im geheimen. Natürlich wurde auch diese positive Entwicklung
erwähnt und mit Nachdruck gewünscht, das die regelmässig stattfindend
Aktionen der Polizei gegen Fänger und Händler weitergeführt, ja noch
verstärkt werden sollten. Es sei alles daran zusetzen, dass der Handel
mit den vom Aussterben bedrohten Tieren so schnell wie nur möglich zu
erliegen kommt!
Dann, so das „Schlusswort“,
werden wir beginnen die schönen Seiten der
Trauminsel Bali zu publizieren - nicht mehr die blutigen Bilder aus Tanjung
Benoa!


In
der Höhle des Löwens!
Der Schildkrötenhandel in Tanjung Benoa liegt in den Händen von zwei
Männern, Pak Tami und Pak Hassan. Ein Mann der genau weiss was
hier läuft, ist der Schweizer Heinz von Holzen. Er lebt seit vielen Jahren
auf Bali und besitzt das berühmte BUMBU-BALI Restaurant und das RUMA-BALI
Village. Aus verständlichen Gründen agiert er natürlich mehr im Hintergrund,
hat sich aber ein Netz von Informanten aufgebaut, die ihn direkt von
Schildkrötenfront informieren. Statt wie früher auf dem Markt, landen seit
Jahren die Schildkröteneier bei Heinz, der diese in Aufzuchtstationen
hochzieht und dann aussetzt. Illegal gefangene Schildkröten werden
ebenfalls freigekauft, um ihnen das grausame Ende zu ersparen, lebend
auseinander geschnitten zu werden.
Die Information, das in einem geheimen Versteck von Pak Kami fünf
Schildkröten auf einen Käufer warteten, kam von einem Mittelsmann aus direkt
aus Tanjung Benoa.
Die fünf Tiere so schnell wie möglich aus ihrer misslichen Lage zu befreien,
war im Augenblick das Wichtigste und wenn es noch gelingen würde alles
fotografisch festzuhalten, gäbe das ein super Story und Beweismaterial für
die Balinesischen Behörden!. Wie die Händler auf die Kamera reagieren
würde, interessierte mich in diesem Moment weniger....................
Das einzige was
auf unsere Herkunft hinwies war nur Brückenwagen vom BUMBU BALI Restaurant,
der von Pak Madi, Heinz von Holzen`s Spezialisten für diese heiklen
Geschäfte gefahren wurde. Obschon ziemlich abgebrüht in solche Dingen, fiel
es mir aber trotzdem nicht leicht, „cool „ dem Mann gegenüber zu
stehen, der in seinem Leben hunderttausende von Meerschildkröten in
den Tod geschickt hatte. Ich hätte ihn eigentlich lieber in einem anderen
Fadenkreuz gehabt, als im Sucher meiner NIKON..........
Das Geräusch des Kameraverschlusses rief bei ihm absolute keine Reaktion
hervor, im Gegensatz zu seinem untersetzten und verschlagen wirkenden
Begleiter. Ein kurzer Befehl vom Pak Madi wies ihn zurück, sehr
wahrscheinlich wollte er sich das Geschäft nicht durch eine
Auseinandersetzung verpfuschen
Mit übertriebener Höflichkeit bat er uns zu folgen und nach 15 Minuten
Irrfahrt gelangten wir zu einem Schuppen, wo die Tiere aufbewahrt waren.
Die beiden betonierten Becken waren etwa 5 mal 5 Meter gross und mit
25 cm Süsswasser gefüllt. Hier lagen vier männliche Greenturtles, jede über
100 Kg schwer und eine kleine echte Karettschildkröte. Der Abtransport und
die Vorbereitung für die Freilassung durch Heinz von Holzens Männer, war
dann ein seit Jahren eingespieltes Prozedere.
Am späteren Nachmittag, bei auslaufender Flut, wurden die Schildkröten am
Strand des HOLIDAY-INN Hotels zurück ins Meer gebracht - ein bewegender
Moment !! Jetzt waren sie wieder in ihrem Element, wo sie vor ihrer
Gefangennahme 30-40 Jahre gelebt hatten. Dass die Schildkröten noch einmal
eine solche Zeitspanne überleben, ist sehr wahrscheinlich.
http://balifoods.com/news/turtle/index.html
http://balifoods.com/bumbu/index1.html





Alibi-Island.
„Turtle-Island“ und „Green Turtle Breeding Plan“ liegen
unweit südlich von Tanjung Benoa. Wie wir mit Bildern beweisen können, ist
diese fragwürdige „Touristenattraktionen „ auch ein Umschlagplatz für den
Schildkrötenhandel. Mit kleinen Booten werden Touristen dorthin geschippert
um an die 30 Meerschildkröten zu bestaunen und zu betatschen, welche im
Dreckwasser der Lagune und in einigen Betonbecken dahinvegetieren. Daneben
Käfige mit Vögeln, Waranen und eine grosse Pythonschlange, mit Tape
umwickelten Maul, dessen Vorderteil fehlt – es wurde zusammen mit den
Greifzähnen kurzerhand ausgerissen..........Das auch noch ganz offiziell
Souvenirs aus Schildpatt verkauft werden, setzt dem Horror noch die Krone
auf!
Eine Schau, welche jedem Natur und Tierfreund Freude am Tag verdirbt – die
wenig anwesenden Besucher waren denn auch ausschliesslich Touristen aus
asiatischen Ländern. Die Fakten und Bilder werden wir auch an alle
Reisunternehmen, die Bali auf dem Programm haben, weiterleiten
mit der Bitte diese „Attraktion „ wenn überhaupt angeboten, zu
boykottieren.

Beobachtungen und
Recherchen der PROFAUNA Leute und die Fotos des Journalisten Daniel
Peterlunger beweisen eindeutig: "Turtle Island" wird als Umschlagplatz für
Schildkröten benutzt. Bei Bedarf werden durch die Hintertüre des Gehege die
Tiere auf ein kleines Boot geladen und in einer gleich gegenüber liegend
Hütte mit einem Wasserbassin zwischengelagert. Die Panzer und Knochen im
Abfall daneben beweisen auch, dass hier geschlachtet wird. Die über diese
Machenschaften gemachten Bilder, liegen ebenfalls auf dem Tisch der
Umweltministerin und werden von den PROFAUNA Leuten durch alle politischen
Ebenen geschleust.


Fazit
Alles was seit dem Beginn unserer Kampagne im März
2006 auf Bali abgelaufen ist beweist ganz deutlich, dass unsere „public
relation“ Strategie im Internet und in den Medien funktioniert. Um aber auch
an der „Front“ aktiv zu sein und unsere Mitstreiter auf Bali selber bei
ihren Aktionen und zu unterstützen, sind wir auf Sponsoren und Spenden
angewiesen. Um den Schildkrötenmord und den Handel zu stoppen, kommt es
jetzt darauf an wer den längeren Atem hat - SOS-SEATURTLES, das
Bumbu-Bali Rescue Team, Pro-Fauna oder die Turtle Mafia, deren
Reichweite zunehmend enger wird !!!
We’re on the way to stop the Turtle Trade.
Help us with donations !!
_________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________
SOS-SEATURTLES
Kurt Amsler
" Villa Madeleine" 128 BD Pierre Puget
/ 83150 Bandol / FRANCE
Phone: 0033 ( 0
) 494 887946 Mobile: 0033 ( 0 ) 6 853 23 856 E-mail:
info@sos-seaturtles.ch
|
_
__ |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
________________________________________________________________________________________ |
|
|
|