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Vom Aussterben bedroht !!
Seit der Zeit der Dinosaurier, bevölkern Meeresschildkröten die
Weltmeere als friedliche Tiere. Sie haben sich in Form und Verhalten fast
nicht verändert und überstanden Hitzeperioden und Eiszeiten problemlos.
In der ganzen Evolution der Erde gibt es kaum eine weitere höhere
Tierart, die so optimal anpassungsfähig war.
Heute gibt es nur noch acht Arten der Meeresschildkröten:
* Suppenschildkröte, Green Turtle. (Chelonia mydas)
* Echte Karettschildkröte, Hawksbill Turtle. (Eretmochelys imbricata)
* Unechte Karettschildkröte, Loggerhead Turtle. (Caretta Caretta)
* Flachsschildkröte, Flatback Turtle.(Chelonia depressa)
* Bastardschildkröte, Kemp's Ridley Turtle. ( Lepidochelys Kempii )
* Olive Bastardschildkröte, Olive Ridley, (Lepidochelys olivicea)
* Lederschildkröte, Leatherback Turtle.(Dermochelys coriacea
* Schwarze Schildkröte, Black Turtle
Alle Arten sind am Aussterben und stehen im höchsten Bedrohtheitsgrad im
Anhang l des Washingtoner Artenschutzübereinkommens !!!!!!
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Trotz
dieser Tatsache, werden die Meeresschildkröten auf der
ganzen Welt verfolgt und gejagt. Besonders bedroht ist die echte Karettschildkröte wegen ihres wertvollen Panzers, der das Schildpatt
liefert. Daraus werden Brillengestelle, Schmuckstücke und Souvenirs
hergestellt. Die Suppenschildkröte wird, wie der schreckliche deutsche
Name schon sagt, ihres Fleisches wegen getötet, welches
„Feinschmecker" als Steaks oder Suppe einverleiben. Vor allem in
asiatischen Ländern werden auch noch die Eier der Meeresschildkröte als
Aphrodisiakum verzehrt. Aber auch die anderen Arten werden durch Menschen
verfolgt und dezimiert, sei es durch Schleppnetze, welche die Tiere ertränken
oder durch die Verschmutzung der Gewässer mit Chemikalien und Plastik.
Durch die Expansion der Touristenanlagen werden die Schildkröten von
ihren abgestammten Brutplätzen vertrieben und können sich nicht mehr
fortpflanzen.
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Verhaltensregeln
gegenüber Meeresschildkröten.
Es ist sehr wichtig, dass sich die Menschen gegenüber den
Meeresschildkröten richtig verhalten. Die meistens gut gemeinten Absichten
können aber das Verhalten der Tiere beeinflussen oder gar instinktive
Handlungen verhindern.
Schildkröten beim Ablegen der Eier am Strand
Das Muttertier kommt meistens bei Nacht und mit der Flut ans Ufer.
Lärm, und vor allem Licht, zwingen die Schildkröte aber unweigerlich zur
Umkehr. Während das Tier die Grube aushebt und bis es mit dem Legen der
Eier begonnen hat, muss deshalb absolute Ruhe und Dunkelheit herrschen.
Während dem Ablegen der Eier, dem Zuschaufeln der Grube und auf dem Weg
zurück ins Meer können dann problemlos Fotos, auch mit Blitz, gemacht
werden. Nach dieser Arbeit ist die Schildkröte aber total geschwächt.
Das kleinste Hindernis, welches im Wege steht, Wurzeln, Schwemmholz oder
Schlick, können dem Tier das Leben kosten. Hier kann der Mensch helfend
eingreifen, indem der Strandabschnitt kontrolliert und geräumt wird.
Der Schutz des Geleges
Die Eier brüten ca. 40 bis 60 Tage unter dem Sand. Viele Gelege
werden aber zerstört, weil tagsüber Touristen Sonnenschirme in den Sand
stecken oder Sandburgen bauen. Hier gilt es, die Touristen zu informieren
und die Gelege zu markieren. Auch Tiere, zum Beispiel Hunde, graben die
Eier aus und fressen sie. Um das zu verhindern, kann der Platz mit
Drahtgeflecht eingezäunt und abgedeckt werden. Das Einzäunen bedingt
aber ständige Beobachtung nach ca.30 Tagen, damit die Schildkrötenbabys
nach dem Schlüpfen nicht am Weg zum Meer gehindert werden. Mit etwas
Diplomatie oder etwas Geld können auch die einheimischen Fischer davon
überzeugt werden, die Gelege in Ruhe zu lassen. In vielen Ländern werden
die Eier nämlich gegessen.
Das Schlüpfen der Schildkröten
Einer unbekannten Transmission folgend schlüpfen alle Tierchen
gleichzeitig. Ein krabbelnder Haufen von ca. 50 Babys arbeitet sich aus
dem Sand und strebt auf dem schnellsten Weg dem Wasser zu. Es ist aber
nicht etwa der Geruch des Salzwassers oder ähnliches, was die
Schildkrötchen anzieht, sondern sie orientieren sich nach der grössten
Helligkeit. In der Nacht ist es die spiegelnde Wasserfläche, und bei Tag
die Reflexion des Lichtes auf dem Meer. Passiert das Schlüpfen bei Tag,
muss sich der Beobachter darauf konzentrieren, Fressfeinde wie Raubvögel
und Krabben zu vertreiben. Die Schildkrötchen dürfen aber nicht
angefasst und ins Meer getragen werden, weil das den Orientierungssinn, um
später wieder an diesen Punkt zurückkehren zu können, beeinträchtigt.
Die grosse Gefahr in der Nacht sind Lichtquellen, welche die Tiere
desorientieren, ja sogar anziehen. Durch das Herumirren werden die
Leistungsreserven derart aufgebraucht, dass die Schildkrötchen zu schwach
sind, das Meer zu erreichen oder die ersten Stunden darin zu überleben.
Hier gilt es, den Strand im Dunkeln zu halten und in Bungalows,
welche in der Nähe eines Geleges stehen, kein Licht zu machen. Das ist
übrigens auf Heron lsland, am grossen Barrierenriff von Australien ,
während der Schlupfzeit absolute Vorschrift.
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Das Aufziehen von
Schildkröten
Es ist leider eine Tatsache, dass mehr als die Hälfte der jungen Schildkröten
die ersten Wochen nicht überlebt. Nahe liegend wäre deshalb, die Tiere in
einer geschützten Umgebung gross zu ziehen, um sie dann nach ca. 4 bis 5
Monaten ins offene Meer zu entlassen. Noch gibt es zu wenig
wissenschaftliche Fakten, ob diese Experimente erfolgreich sind, oder
dieses artfremde Aufwachsen einen Einfluss auf die Fortpflanzung hat.
Viele Tauchlehrer auf tropischen Inseln ziehen seit Jahren Schildkrötenbabys
auf und vergrössern auf diese Weise sicherlich die Chance des Überlebens.
Befürwortet kann diese Aufzucht aber nur, wenn es seriös gemacht wird
und genügend Zeit für Pflege, Futter und Schutz aufgewendet werden kann.
Das Bassin muss ins Meer gebaut sein, damit das Wasser ständig frisch
ist. Einige Wissenschaftler schreiben nämlich, dass sich die Tierchen in
den ersten Wochen von Plankton ernähren. Krabben sind die größten
Feinde der jungen Schildkrötchen, weshalb durch engmaschige Gitter diese
Fressfeinde ferngehalten werden müssen. Mit dem Futter soll
experimentiert werden. Algen, Salatblätter, Fischstücklein oder Fleisch
wird in der Regel gerne gefressen. Wir hoffen, bald mehr Informationen über
die Aufzucht von Schildkröten zu erhalten, welche wir weitergeben können.
Das Pflegen von verletzten Schildkröten.
Schildkröten können durch Bisse von Haien oder durch Bootsmotoren
verletzt werden. Das Tier kann in einem ins Meer gebauten Bassin gehalten
werden, bis die Wunde verheilt ist. Wichtig ist, dass die Schildkröte
Ruhe hat. Es sollten also nicht noch andere Tiere im gleichen Bassin sein.
Erwachsene Schildkröten fressen viel, sie müssen also ausreichend
gefüttert werden. (Wasserpflanzen, Salat, Fleisch, Fisch und
Quallen.)
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Klären
Sie Mitmenschen auf !
Meeresschildkröten sind weltweit stark gefährdet und vom Aussterben
bedroht. Sie verenden zu Hunderttausenden in Netzen, sterben an den Folgen
der Meeresverschmutzung oder können sich nicht mehr fortpflanzen, weil
ihre Brutplätze mit Hotels verbaut sind. Der grösste Teil aber wird
immer noch wegen des grossen Handelswertes gefangen und auf grausame Art
und Weise getötet. Nur mit einem Verzicht auf jegliche Produkte, die aus
Meeresschildkröten hergestellt sind, kann der Handel gestoppt werden. Das
beginnt schon beim kleinsten Ohrenanhänger aus Schildpatt, oder einem
Teller Schildkrötensuppe! Boykottieren Sie Shops oder Restaurants, die
solche Produkte führen und machen Sie Ihre Meinung auch bei anderen
Menschen breit. Diskutieren Sie mit den Inhabern der Läden oder
Restaurants. Viele nehmen aus Angst vor Umsatzeinbussen solche Souvenirs
oder Speisen aus dem Sortiment. Denken Sie nicht, dass solche Initiativen
nichts bringen, im Gegenteil, alle zusammen sind wir eine riesige Armee,
die zum Überleben der Meeresschildkröten beiträgt. |