SOS - SEATURTLES 

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Meeresschildkröten bevölkerten die Erde seit über 250 Millionen Jahren. Was aber diese Zeit überdauerte, haben die Menschen in einer Zeitspanne von nicht einmal 50 Jahren zerstört und sind weiter dabei, die letzten Zeugen der Vergangenheit   auszurotten.

Eine hoch entwickelte Tierart
Meeresschildkröten besitzen Fähigkeiten, über die wir nur staunen können. Wie Ihre auf dem Trockenen lebenden Artgenossen, legen auch sie  ihre Eier auf dem Lande ab. Eine mühsame Arbeit für das Muttertier, welches seine zentnerschwere Panzerlast bis weit über die Wassergrenze schleppt und in stundenlanger Arbeit,  Löcher für das Gelege gräbt. Die Schildkrötenweibchen kehren immer an die genau gleiche Stelle zurück, wo sie selbst  geboren sind und wo sie seit dem jedes Mal ihre Eier in den Sand gelegt haben. Dazwischen unternehmen die Tiere aber ausgedehnte Wanderungen, die ohne weiteres in ein anderes Meer führen können, tauchen mehrere hundert Meter tief und können die Luft stundenlang anhalten. Wissenschafter haben zum Beispiel in Florida markierte Tiere im Mittelmeer wieder entdeckt. Ohne sich um Meeresströmungen und Stürme zu kümmern, finden sie aus allen Himmelsrichtungen zurück!

Vom Aussterben bedroht.
Alle sieben Arten, der heute noch lebenden Meeresschildkröten, sind am aussterben. Trotzdem werden die Tiere aber nach wie vor, auf der ganzen Welt verfolgt und gejagt. Wegen ihres wertvollen Panzers, der das Schildpatt liefert, um daraus Brillengestelle, Schmuckstücke und Souvenirs herzustellen, ist die echte Karettschildkröte  (Eretmochelys imbricata), besonders bedroht. Die  Suppenschildkröte ( Ehelonia mydas ), wird ihres Fleisches wegen gejagt, welches sich so genannte „Feinschmecker" als Steaks oder Suppen einverleiben. In den asiatischen Ländern werden für  die Eier der Meeresschildkröten, die  als Aphrodisiakum gelten, hohe Preise bezahlt. Aber auch die anderen Arten werden durch Menschen dezimiert, durch Treibnetze welche die Tiere ertränken oder durch die Verschmutzung der Gewässer mit Chemikalien und Plastik. Durch die Expansion der Touristenanlagen, werden die Schildkröten auch von ihren abgestammten Brutplätzen vertrieben und können sich nicht mehr fortpflanzen
Durch das Washingtoner Artenschutzabkommen ( CITES), sind  die Meeresschildkröten  weltweit streng geschützt, denn über 130 Länder haben diesen Vertrag unterzeichnet. Handelsverbote, Exportvorschriften und Zollkontrollen sollen das Fangen, Töten und den Handel mit den Tieren stoppen, verbieten und bestrafen. Viele Länder kümmern sich aber nicht oder nur wenig darum, sondern dulden, ja unterstützen den illegalen Fang sogar.  Auf  Druck von Tierschutzorganisationen, haben aber doch einige Regierungen begonnen, den Schutz für die Meeresschildkröten zu verstärken.  Auch hat die Aufklärung der Menschen allgemein dazu geführt, dass sich Produkte aus diesen Tieren nicht mehr überall verkaufen lassen.

Trotz allem hat  die Population der Meeresschildkröten sich noch nicht stabilisiert, geschweige den zugenommen. Weltweit werden  jährlich immer noch ca. 100'000 Meeresschildkröten  auf brutalste Art und Weise abgeschlachtet. Die Lücke die durch den Tod der ausgewachsenen Tiere und dem Nachwuchs entsteht, wird immer grösser und lässt die Bestände weiter schrumpfen.

Eine neue Gefahr lauert !!
Ungeachtet solcher Fakten, wird nun aber bereits wieder versucht dem Handel mit Meeresschildkröten  die Türe zu öffnen. „Rückstufung" nennt man diesen ersten Schritt, was im Klartext heisst: Wird eine geschützte Tierart vom bestehenden Anhang l  auf Anhang II gesetzt, ist ein „beschränkter und kontrollierter"  Handel wieder erlaubt.  Solche Anträge kann jedes Land, welches der CITES angehört stellen, sie müssen nur mit einigen Fakten untermauert sein.
Damals an der  CITES Konferenz 1997 in Harare, wurde  auch  der Handel mit  Elfenbein  „kontrolliert und beschränkt" wieder erlaubt. Die Befürchtungen der Tierschützer  haben sich bestätigt. Alle Vertreter der Teilnehmerstaaten, allen voran
die  Schweiz, die dort  den Anträgen von Botswana, Namibia und Zimbabwe zugestimmt haben, sind verantwortlich für die Massaker, die seit diesem Beschluss wieder von Wilderern unter den Elefanten angerichtet werden.  Mit der Lockerung des bestehenden Schutzes, öffnet man nur die Tür für den illegalen Handel, weil die Herkunft der Ware durch die verschlungenen Wege nie und nimmer mehr nachgewiesen werden kann.

Seit diesem "Exempel" versuchen nun Jahr für Jahr verschiedene Länder, vor allem Japan. Kuba, Surinam, Indonesien und die
GRAND CAYMAN Turtle-Farm über die britische Delegation  die Meeresschildkröten  zurückzustufen. Bis jetzt waren diese Vorstösse zwar erfolglos. Wir können nur hoffen, dass es auch in Zukunft so bleiben wird.

Würde eine Rückstufung wirklich stattfinden,  werden diese wunderbaren Tiere und  letzten Zeugen  unserer Vorzeit,  in kurzer Zeit für immer aus den Weltmeeren verschwinden ! 

Wir fragen uns,  nach welchen Gesichtspunkten solche Entscheide gefällt werden? Liegen den Abzustimmenden Delegierten wirklich "neutrale" Fakten von namhaften Wissenschaftlern vor ?
So wie es aussieht nicht ! Die CITES Mitgliedern verlassen sich in der Regel ausschliesslich auf die Meinung der Spezialisten aus ihren Reihen, z.B.  der IUCNI und da stehen, wenn auch sekundär,  meistens auch kommerzielle Interessen im Vordergrund.


                                                                         

Contact:
SOS for Sea Turtles
Kurt Amsler
128 Bv Pierre Puget
F - 83150  BANDOL
E-mail: info@sos-seaturtles.ch